Nikotinsucht?

Was ist eigentlich eine Sucht

Eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen (etwa Heroin, Alkohol oder Nikotin) oder Verhaltensweisen (nicht stoffgebundene Abhängigkeiten wie, Spiel-, Kauf-, Fernseh-, Arbeits-, Ess- und Brechsucht).
Es besteht das Verlangen nach einer ständig erneuten Einnahme dieser Stoffe oder einer ständigen Wiederholung dieser Verhaltensweisen, um ein bestimmtes Lustgefühl zu erreichen oder Unlustgefühle zu vermeiden.

Man unterscheidet bei der Sucht zwischen seelischer (psychischer) und körperlicher (physischer) Abhängigkeit.

Bei der körperlichen Abhängigkeit wird das Suchtmittel ebenso benötigt wie Essen und Trinken. Wird der Körper nicht regelmäßig mit der Droge versorgt, treten Entzugserscheinungen wie z.B. Unruhe, Schweißausbrüche und Zittern auf.

Bei der seelischen Abhängigkeit wird das Suchtmittel zur „Krücke” – das innere Gleichgewicht kann nur noch mithilfe des Stoffes oder Verhaltens hergestellt werden. Sie entsteht aus den Erfahrungen des Konsumenten mit den verstärkenden Eigenschaften der Droge, die einen psychischen Trieb induzieren, sich die Droge zu verabreichen, um in den Genuss der angenehmen Effekte zu gelangen und die negativen Effekte zu vermeiden. “

Die Behandlung der psychischen Abhängigkeit ist wesentlich schwieriger als die Behandlung der physischen Abhängigkeit. Die Behandlung der körperlichen Abhängigkeit ist in den meisten Fällen schon in wenigen Wochen nach Behandlungsbeginn überwunden. Dagegen erfordert es viel Zeit und Geduld, eine psychische Abhängigkeit zu therapieren.

 


 

 

Die Nikotinsucht

Die Nikotinsucht gehört mit zu den meist verbreiteten Suchtarten in Deutschland. Das hohe Suchtpotential ist bekannt, wird jedoch oft unterschätzt. Der Tabakkonsum findet zu 90% durch das Rauchen von Zigaretten statt. Da die Beschaffung von Zigaretten relativ leicht ist, beginnt der Konsum oft schon in jungen Jahren.

 

Psychische Abhängigkeit

 

Nikotin löst also eine wohlige Gefühlskaskade im Belohnungszentrum des Gehirns aus. Eine Zigarette beglückt den Raucher ähnlich wie ein Kuss oder ein gutes Essen. Diese "Belohnung" wird direkt mit der Tätigkeit des Rauchens assoziiert. Der durchschnittliche Raucher mit 7.000 Zigaretten pro Jahr wiederholt ständig seine "Erfahrung", dass Rauchen eine beglückende Tätigkeit ist. Dies prägt sich tief in sein Unterbewusstsein ein, es entsteht ein sogenanntes "Suchtgedächtnis". Dieses Gedächtnis wird aktiv, wenn der Spiegel an wirksamen Substanzen im Belohnungszentrum nachlässt. Oder wenn der Raucher einen anderen rauchen sieht. Dann erwacht wieder das Verlangen nach einer neuen Dosis Nikotin.

 

Physische Abhängigkeit

Das Nikotin bewirkt, dass der Raucher zunächst eine Toleranz entwickelt, d.h. dass immer größere Mengen konsumiert werden müssen, um die gleichen Effekte zu erzielen. Später kommen die eigentlichen Abhängigkeitsmechanismen hinzu. Der Raucher erreicht einen Zustand, in dem er weiter rauchen muss, damit er sich wohl und entspannt fühlt. Nikotin beeinflusst vor allem das Zentralnervensystem, wobei die Vorenthaltung von Nikotin beim Raucher im günstigsten Fall die Entzugssymptome wie Nervosität und Reizbarkeit mit sich bringt, in schwierigen Fällen Herzrasen und Schweißausbrüche, was auf die Ausschüttung von Stresshormonen im Gehirn zurückzuführen ist und einen Nikotinentzug so unangenehm macht.

 

Symptome

Anzeichen einer Nikotinsucht werden schleichend wahrgenommen, da sich die Sucht erst allmählich aufbaut. Zu den Symptomen, welche auch zu den Entzugserscheinungen zählen, gehören Nervosität, Unkonzentriertheit sowie nervöse Bewegungen der Hände, da der Körper relativ schnell nach der letzten Zigarette wieder nach einer neuen Nikotinzufuhr verlangt.

Ebenso beschäftigt sich der Betroffene oft damit, wann er die nächste Zigarette rauchen wird – insbesondere geschieht dies in Situationen, wo das Rauchen verboten ist. Somit ist man häufig stark auf das Rauchen fixiert. Der Konsument raucht täglich außerdem eine hohe Anzahl an Zigaretten. Der Konsum steigert sich oftmals in besonderen Situationen, wie zum Beispiel in stressigen Zeiten, da der Süchtige dann nicht ohne Nikotinaufnahme zurechtkommt.