Nikotinersatztherapie

 

Medikamentöse Hilfe beim Raucherentzug gibt es schon jetzt. 

Zur Erleichterung des Entwöhnungsprozesses kann das Nikotin aus der Zigarette durch die medikamentöse Gabe von Nikotin ersetzt werden. Diese Nikotinersatztherapie mildert die Entzugssymptomatik. Nikotinersatzpräparate geben Nikotin zwar langsamer und weniger befriedigend ab, aber auch sicherer und weniger suchterzeugend als Zigaretten, und sie enthalten – anders als Zigarettenrauch – keinen Teer, kein Kohlenmonoxid und keine der vielen im Tabakrauch enthaltenen krebserregenden Substanzen.

Wie gute wissenschaftliche Studien zeigen, kann die Nikotinersatztherapie die Erfolgschancen von entwöhnungswilligen Rauchern nahezu verdoppeln.

 

Nikotinpflaster

Die Nikotinpflaster werden in drei Stärken angeboten und sollen 10, 20 oder 30 täglich gerauchte Zigaretten in 16 bzw. 24 Stunden ersetzen.

Wem hilft´s? Nikotinpflaster sind geeignet für Raucher mit einer mittelstarken bis starken Tabakabhängigkeit und einem gleichmäßig über den Tag verteilten, relativ hohen Konsum (10 bis 40 oder mehr Zigaretten) verwenden.

Nachteile: Hilft nicht bei plötzlichem Verlangen – dann ist zusätzlich ein schneller wirksames Mittel (etwa Kaugummi) nötig.

 

Nikotinkaugummi

Nikotinkaugummi gibt es in zwei Stärken (2 mg und 4 mg). Es sollte nur solange langsam und vorsichtig gekaut werden, bis der Effekt von Nikotin spürbar wird. Sobald ausreichende Mengen an Nikotin abgegeben wurden, sollte es in der Backentasche "geparkt" werden.

Wem hilft´s? Nikotinkaugummis sind geeignet, wenn eine nur geringe bis mittelstarke Abhängigkeit vorliegt, also bei Tageskonsum von max. 15 Zigaretten, wenn nicht gleichmäßig geraucht wird, sondern bevorzugt unter bestimmten Bedingungen (bei Konflikten, in Geselligkeit, abends...) oder zusätzlich zum Pflaster bei starker Abhängigkeit für die besonders kritischenMomente (Verlangensattacken)

Nachteile: Kann in seltenen Fällen zu Abhängigkeit führen; muss vorsichtig gekaut und in der Wange deponiert werden.

 

Nikotinlutschtablette

Bei der Lutschtablette wird das Nikotin durch einfaches Lutschen über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten freigesetzt und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Wird innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufwachen die erste Zigarette geraucht, dann wird die 4 mg Lutschtablette empfohlen, ansonsten die 2 mg Lutschtablette.

Wem hilft´s? Die Nikotinlutschtablette ist geeignet bei mittelstarker bis starker Tabakabhängigkeit und relativ hohem, eher ungleichmäßigen Tageskonsum.

Nachteile: Erkenntnisse über das Abhängigkeitspotenzial fehlen noch; rezeptpflichtig.

 

Nikotinnasenspray

Nikotinnasenspray wird über die Nasenschleimhaut aufgenommen. Mit Nikotinnasenspray kann Nikotin sehr rasch und hochdosiert zugeführt werden.

Wem hilft´s?  Dieses Präparat ist für Raucher mit einem Tageskonsum von mehr als 30 Zigaretten, starker Nikotinabhängigkeit oder bei unstillbarem Verlangen nach einer Zigarette geeignet.

Nachteile: Recht hohes Abhängigkeitspotenzial; rezeptpflichtig und ausschließlich über internationale Apotheken erhältlich.